Chronik des FC Bötzingen

Im Sommer 1949 gründeten fußballbegeisterte junge Männer im Gasthaus „Zum Ochsen“ einen Fußballverein. Der Verein wurde zunächst als SSV Bötzingen mit mehreren Abteilungen gegründet. 1951 wurde die Fußballabteilung vom SSV getrennt und als FC Bötzingen selbständig geführt. Der Anfang in der Zeit der wirtschaftlichen Not war schwierig, und vieles musste mit großem persönlichem Einsatz bewerkstelligt werden.

Der Spielbetrieb begann damals mit einer A-Jugend Mannschaft, der im Spieljahr 1950/51 die Teilnahme einer 1. und 2. Mannschaft folgte. Die 1. Mannschaft spielte in der C-Klasse West mit den Mannschaften Burkheim, Eichstetten, Oberrotweil, Neuershausen, Holzhausen, Merdingen, Achkarren, Opfingen und Wasenweiler. Am Ende dieser ersten Spielrunde wurde der 8. Tabellenplatz belegt. Dies alles konnte jedoch die Freude am Fußballspiel nicht verderben, auch wenn man anfangs im Dorf eher geduldet als geliebt wurde.

Schon 1951 konnte die 1. Mannschaft durch die damalige A-Jugend gefördert werden. Durch die Spieler dieser A-Jugend konnten in den folgenden Jahren die aktiven Mannschaften erheblich gestärkt werden, was in der Spielrunde 1951/52 ein guter 3. Platz bestätigte. Der Verein fasste im Dorfgeschehen Fuß.

In der folgenden Spielrunde 1952/53 wurde dann mit nur einer Niederlage die 1. Meisterschaft errungen, und damit der Aufstieg in die B-Klasse geschafft. Auch wenn der Erfolg wechselte, hatte sich die Mannschaft in der B-Klasse einen festen Platz gesichert. Dabei wurde in der anschl. Aufstiegsrunde, mit den Mannschaften Rodiacetta I, Tunsel, Niederhausen und ESV Freiburg, ein beachtlicher 3. Platz belegt. In den Spieljahren 1957/58 sowie 1961/62 wurde mit dem 2. Platz die B-Klassenmeisterschaft nur knapp verfehlt.

Im August 1959 beging der FC Bötzingen sein 10jähriges Vereinsjubiläum. Aus diesem Anlass wurden 18 Mitglieder für 10 Jahre Verdienste mit der silbernen Vereinsnadel und Ehrenurkunde geehrt.

Im Jahre 1959/60 konnte der Sportplatz an der Neuershausener Straße vergrößert werden, was einen Kostenaufwand von knapp DM 15.000 bedeutete. Hinzu kamen ca. 1.000 Stunden Eigenleistungen durch die Mitglieder, um dann am 6./7. August 1960 den Platz einweihen zu können. Im darauf folgenden Jahr wurde für unsere Verhältnisse eine Flutlichtanlage installiert. Das 1966 errichtete Sportheim zur Bewirtung wurde im Jahre 1970 durch die Umkleideräume mit WC, Schiedsrichterraum und Duschanlage um das Doppelte vergrößert. Dabei wurde zusätzlich das Dach vorgezogen, um den Besuchern Schutz bei jeder Witterung zu bieten.

Auch hat der Verein der Jugendarbeit immer großen Wert beigemessen. Unter der bewährten Führung des Jugendleiters August Schönberger mit seinen Trainern und Betreuern konnten in dieser Zeit beachtliche Erfolge erzielt werden. Der Verein zählte im Jahre 1974 310 Mitglieder, davon 40 Aktive und eine stattliche Zahl von 90 Jugendlichen.

Zu den Mitgliedern zählten auch die zwei Schiedsrichter Karl Ambs und Günter Bergemann. Karl Ambs schaffte im Jahre 1972 sogar den Aufstieg in die 1. Amateurliga.

Eines der herausragenden Ereignisse in der Geschichte des FC Bötzingen war der Neubau des imposanten Clubheimes, das in vollständiger Eigenleistung (ca. 6.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden) erstellt wurde. Unter dem ersten Vorsitzenden Herbert Brodbeck wurde der aktive Spieler Heinrich Dier mit der Planung beauftragt. Seinem vorgestellten Modell konnte man gleich ansehen, dass hierbei mit Liebe und Idealismus gearbeitet wurde. Der 2. Vorstand Siegfried Dier hatte sich bereit erklärt, die Hilfsmittel und Geräte zur Baustelleneinrichtung zur Verfügung zu stellen. Ebenso wurde von seinem Büro die Bauleitung gesteuert.

Als mit dem roten Punkt, die Baugenehmigung vorlag, ging es am 3. März 1979 mit dem Ausgraben der Fundamente los. Sicher ist es dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass unter den FC Mitgliedern zahlreiche Baufachleute waren, die sich und die Helfer geschickt einsetzten, was zur Folge hatte, dass in einer Rekordbauzeit von nicht ganz 4,5 Monaten das Richtfest gefeiert werden konnte.

Nach nahezu 28 Jahren in der B-Klasse wurde die 1. Mannschaft des FC Bötzingen im Spieljahr 1980/81 Meister dieser Klasse. Somit war zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Eine nicht mindere Leistung schaffte die 1. Mannschaft im Spieljahr 1982/83, als sie in Gundelfingen gegen SV Au/Wittnau erstmals Bezirkspokalsieger wurde. Diesen Erfolg konnte der FC Bötzingen im Spieljahr 1985/86 noch einmal wiederholen.

Im Januar 1989 veranstaltete der FC Bötzingen erstmals das Bötzinger Hallenfußballturnier für Aktive Mannschaften in der Adam-Treiber-Sporhalle. Mannschaften aus der Region von der Kreisliga B bis zur Verbandsliga bilden die Teilnehmer des traditionellen Hallenturniers das immer um den Feiertag der “Heiligen 3 Könige“ stattfindet.  

1995/96 gab es unter der Leitung von Vorstand Edgar Joos die ersten großen baulichen Veränderungen in der Sportanlage. Begonnen wurde mit den Planierarbeiten, den ursprünglichen Wall zu verschieben, um Platz für einen zusätzlichen Trainingsplatz für Jugend- und Aktive Spieler zu schaffen. Unter dem neuen „Wall“ wurde in vielen Ehrenamtlichen Stunden zwei Garagen sowie zusätzlicher Abstellraum für die Gerätschaften des FC Bötzingen geschaffen. Der neue „Kleine Trainingsplatz“ mit Schutzzaun zum anliegenden Mühlbach konnte dann 1998 fertig gestellt werden.

Nachdem der FC Bötzingen wieder in die Kreisliga A abgestiegen war, schaffte man im Jahre 1992/93 unter der Leitung des Trainers Werner Schelling erneut die Meisterschaft und konnte wieder in die Bezirksliga aufsteigen. Den direkten Durchmarsch in die Landesliga gelang der 1. Mannschaft im Jahre 1993/94 über die Relegation in zwei spannenden Spielen gegen den SV Weil.

Im Herbst 2005 bis ins Frühjahr 2006 fanden einige umfangreiche Arbeiten in der Sportanlage statt. So wurde der Zuschauerplatz auf dem Wall neben dem Clubheim auf der gesamten Länge überdacht und gepflastert. Dieser Platz bietet somit den Zuschauern Schutz vor jeder Witterung und kann besser für Veranstaltungen im “Freien“ genutzt werden. Auch konnte der Verbindungsweg vom Rasen- zum Hartplatz sowie der Parkplatz, hinter dem Clubheim, im Frühjahr gepflastert werden.

Im Sept. 2007 erfolgte eine weitere Aufwertung der Sportanlage durch den Umbau des Tennenplatzes zu einem Kunstrasenplatz durch die Gemeinde Bötzingen. Am 30. September 2007 erfolgte die offizielle Übergabe des Kunstrasenplatzes durch Bürgermeister Dieter Schneckenburger, gemeinsam mit dem Präsidenten des Badischen Sportbundes Gundolf Fleischer, Dieter Jungele vom SBFV sowie Pfarrer R. Schulze. Nach der offiziellen Eröffnung des Platzes fand auch gleich das erste Spiel auf dem Kunstrasen statt – die Bötzinger Vereinsvorstände gegen die Gemeinderäte.

Mit dem Umbau des bisherigen Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz soll die Jugendarbeit des Fußballclubs und der Schulsport der 700 Schüler der Wilhelm-August-Lay Schule gefördert werden. Die Schule verfügt wie bekannt über keine eigenen Freisportflächen, was an anderen Schulen durchaus Standard ist. Witterungs-unabhängig kann nun das ganze Jahr hindurch Schul- und Vereinssport auf dem Kunstrasen betrieben werden.

Sportlich erfolgreiche Jahre für den FC Bötzingen waren die Spielzeiten 2000/01 (Trainer: Dieter Derigs), 2003/04 (Trainer: Uli Bruder) und 2005/06 unter der Leitung (Trainer Michael Pfahler) als die 1. Mannschaft jeweils den Landesligatitel holen konnte und somit den direkten Aufstieg in die höchste Spielklasse Südbadens, der Verbandsliga schaffte. Der FCB spielte ab der Spielzeit 2006/07 bis zur Winterpause 2016 ununterbrochen in der Verbandsliga. Die Teilnahme am südbadischen Pokalfinale im Mai 2014 war ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte.

Im Winter 2016 wurde die Verbandsligamannschaft aus organisatorischen und finanziellen Gründen aus der laufenden Meisterschaft zurückgezogen. Mit der bis dahin 2. Mannschaft beginnt der FCB einen Neuanfang in der Kreisliga B.

Auch im Jugendbereich wurden in den einzelnen Altersklassen verschiedene Meisterschaften erspielt. Aufgrund schwächerer Jahrgänge und einem immer größeren Freizeitangebot wurden in den vergangen Jahren immer wieder Spielgemeinschaften mit benachbarten Vereinen gebildet.

Die Jugendabteilung unter der Leitung von Tilo Feix und Stefan Ambs besteht derzeit aus 8 Jugendmannschaften mit ca. 100 Jugendspielern, die am regelmäßigen Spielbetrieb des Verbandes sowohl auf dem Platz, wie auch in den Wintermonaten an der Hallenfutsalmeisterschaft teilnimmt. Die A- und C-Jugend bildet eine Spielgemeinschaft mit dem SC Eichstetten und D, E, F und G-Jugendmannschaften spielen von der Kreisstaffel bis zur Kleinfeldstaffel.
Um dieser sehr großen Anzahl von Jugendspielern her zu werden und ihnen die Techniken und Taktiken des modernen Fußballs beizubringen, suchen wir ständig engagierte Trainer und Betreuer. Wer bereits einmal mit kleinen Mädchen und Jungs gearbeitet hat, der weiß, wie viel Spaß es macht, den Kindern Freude am Fußballspielen zu vermitteln. Wir möchten also alle Interessenten ermutigen, sich bei uns zu melden.

Neben dem regelmäßigen Trainings- u. Spielbetrieb findet jährlich das Bötzinger-Hallenturnier für Aktive Mannschaften statt. Der FCB beteiligt sich mit seiner Jugendabteilung am jährlichen Ferienprogramm der Gemeinde. Am alle zwei Jahre stattfindenden Dorf- und Weinfest beteiligt sich der FCB mit einem Hof, einem Zwiebelkuchenstand, einem Weinstand sowie die Jugendabteilung mit einer Kaffeestube.

Es bleibt nur zu hoffen, dass auch in Zukunft genügend ehrenamtliche Kräfte und Idealisten bereit sind, diese Aufgaben anzupacken und zu bewältigen. Hierzu gehört die Mithilfe sowohl in der Vereinsführung als auch die tatkräftige Unterstützung durch die aktiven und passiven Mitglieder. Mit einem gesunden Idealismus und der notwendigen Kameradschaft, dies vor allem bei den Aktiven und der Jugend, kann der FC Bötzingen getrost in die Zukunft blicken.

Die Spieler der Aktiven- und Jugendmannschaften können ihren Beitrag im Wesentlichen durch den sportlichen Einsatz auf dem Spielfeld leisten, wobei der Spaß und die Freude am Mannschaftssport „Fußball“ erkennbar sein sollte. Dies wird dann sicherlich von den treuen, wenn auch manchmal kritischen, Anhängern anerkannt. Es ist eine alte Lebensweisheit, dass, wenn der äußere Rahmen und das innere Gefüge einer Mannschaft stimmen, sich dann auch der sportliche Erfolg einstellen wird. 

Aktuelle Mitgliederzahl: 380 davon ca. 100 Jugendspieler

Sportliche Erfolge :

Meister Landesliga: 2000/01, 2003/04 und 2005/06

Landesligaaufstieg: 1993/94

Meister Kreisliga A:1980/81 und 1992/93

Aufsteiger Kreisliga A (2. Mannschaft): 2013/14

Verbandspokal: 2. Platz 2013/14 

Bezirkspokalsieger: 1982/83 und 1985/86